So nun kommen wir zum dritten Teil des Bilderberichtes. Wir bewegen uns so von 792 müNN in Richtung Tschechien auf dann ca. 820 müNN. Wir beginnen am Königsstein einer sehr alten Grenzmarkierung. An dieser Grenze hat sich seit 1739 so gut wie nichts geändert. Auch in Zeiten des eisernen Vorhangs blieb dieser Grenzverlauf unverändert. Dann geht es weiter zur ehemaligen Schutzhütte des deutsch-österreichischen Alpenvereins aus dem Jahr 1926.:
Leicht bergab immer zwischen den Grenzmarkierungen auf einem schönen Wanderweg. Natürlich immer wieder der Hinweis auf die Grenze, auf der man sich bewegt:


So, nun sind wir am Königsstein oder auch Napoleonstein an. Wobei die Bezeichnung Napoleonstein eigentlich nicht richtig ist. Im Krieg wurde die Markierungsnummer manipuliert. Der Stein an sich ist ein 300 Millionen Jahre alter Glimmerschiefer am sogenannten Sauweg. Er ist somit ein Lagerstein der seit Jahrhunderten als Grenzstein dient und diente.
Darauf sind mehrere Grenzmarkierungen zu finden. Das D/B steht natürlich für Deutschland / Bayern. Das bei jedem auf dem Kopf eingeschlagene Kreuz bzw. die Markierung ist das Zeichen für einen offiziell gültigen Grenzstein. Das 9/2 ist einfach eine Zwischenmarkierung auf den Steinen. Dieser ist also Stein Nr.2 zwischen den Hauptgrenzsteinen 9 und 10 im Grenzabschnitt 9:

Das Zeichen 225/1844 ist auch nur eine Bezeichnung des Grenzsteines. Dies bedeutet dass seit dem Jahr der Grenzbegehung im Jahr 1844 für den Wiener Vertrag (1862) dies der Läuferstein 225 ist. Das Gebiet nennt sich auch Frais, welches im Wikipedia Link beschrieben ist

https://de.wikipedia.org/wiki/Frais
Was man auch noch eingehauen sehen kann ist das Jahr 1739 mit dem Zusatz N° 13". Bedeutet dass dieser Stein zur im Jahr 1739 festgelegten Grenze gehörte. Er bezeichnet den 13-ten Grenzabschnitt:


Geht man dann eben die 200m weiter in Richtung Norden, kommt man an den Haupt-Grenzstein mit der Nummer 9. Das sind dann immer die größeren Granitsteine. Wieder mit D/B und der Jahreszahl 1844.


So, jetzt machen wir uns auf dem Weg zum ehemaligen Schutzhaus auf dem Dylen. Das erste Bild verweist auf die Grenze auf der wir uns immer noch bewegen. Auf einem kleinen Single-trail geht es durch den Wald:



Zur Vorsicht noch ein erneuter Hinweis auf die Grenze. Die letzten Meter bis zur ehemaligen Hütte bwegen wir und schon in der tschechischen Republik. Aber jeder Zeit bereit nach links nach Bayern zu springen:



So, das Hinweisschild der tschechischen Republik sagt es schon. Wir sind auf 820 müNN am Platz der „Chata na Dyleni“. Auf deutsch kann man dazu auch sagen "Baude (Hütte) auf Dylen". Es ist die Schutzhütte des deutsch-österreichischen Alpenvereins aus dem Jahr 1926. Man kann sehen dass sort eine Kreuzung mehrere Wanderwege ist. Gut 700m entfernt vom Königsstein wo wir herkommen:

Hier einmal drei historische Bilder wie diese Hütte ab dem Jahr 1926 ausgesehen hat:



Diese Hütte wurde im Jahr 1947 oder 1948 komplett niedergerissen. Auf dem Berg siedelten sich die Soldaten ein. Unweit davon steht noch eine alte Kaserne die ich auch noch besuchen möchte. Übrig geblieben von der ehemaligen Hütte sind leider nur ein paar Ruinenstücke wie man sehen kann:


Auf diesen Bildern kann man noch schön das Becken des damaligen ovalen Wasserbeckens mit einer Wasserkaskade und einer Fontäne welche durch eine kräftige Quelle in der Nähe gespeist wurde. Man konnte dort auch übernachten. Im Jahr 1932 besuchten über 4.000 Menschen die Hütte:


So, dies war der etwas kürzere, dritte Teil der Wanderung garniert mit etwas Weltgeschichte. Entlang dieser Grenze ist sogar Napoleon einmal entlanggezogen. Von der Hütte hat man auch einen schönen Blick nach Cheb. Gerne kommentieren wenn es gefallen hat.
Kommentare sind wie immer gerne willkommen.
Schne Grüße
Markus


