1. Zustieg zum Hahnbichlsteig
Nunja nachdem ich zu Hause die erste S-Bahn genommen hab, gings gleich mal 2km zum Berg hin, bevor der eigtl. Anstieg los ging. Schon bis zur Hohen Kiste hat man 1300hm vernichtet, mit diversen Zwischenanstiegen sogar 1350hm, klar wenn man unten im Tal auf 635m startet, danach gings erst noch auf einem Fahrweg rauf, bevor es deutlich steiler hinauf geht.

Tja das liess noch hoffen, leider war auf der Tour so gut wie keine Sonne zu sehen. Vom Regen des Vortags hat man auf dem Pfad und am Hochwasser noch genug gesehen

Tja die hartknäckige Staubewölkung, der Blick täuscht, auf beiden Gipfeln war es Nebelfrei und es gab trotzdem bedingte Fernsicht (reichte bis zum Starnberger See)

Kräftig angeschwollene Loisach, kein Wunder am Vortag regnete es selbst in München 40l auf den Quadratmeter, waren im Stau sicher doppelt so viel, sowas hätte man im Winter als Schnee gebraucht

Nach 2km gings dann endlich zum Einstieg

Bis zum Hahnbichlsteig folgten nochmal 2km Fahrweg

Ein kurzes Pfadstück dazwischen, wird wohl schon lang nimmer benutzt, ab Hahnbichlsteig wird der Weg besser

Kurz vorm Abzweiger, bei dem es gleich steil, aber unschwierig hoch geht.

Erste Ausblicke, ging dann bis ca. 1200m quer durch den Bergwald hoch: Technisch T2-3
2. Zustieg zum Pustertal
Am Abzweiger angekommen, gings im Bergwald hinauf. Zuerst steil, später eher querend um die Flanke herum, bevor es dann immer noch im Wald ins Idyllische Pustertal kommt. Dort enden kurz unterhalb der Jagdhütte die Fahrwege, und es geht auf netten kleinen Pfaden hinauf. Oben im Pustertalkarl hab ich eine Zeit lang den langen Anstieg bemerkt Zieht sich gewaltig von der Bahnlinie aus hinauf ins Estergebirge.

Wegverlauf, leider war es den Tag über ziemlich diffus und feucht, eigtl. kein Bergwanderwetter, aber wenn man schon mal Samstags Zeit für eine Tour hat.

Im Wald

Zwischendurch kommen auch wieder kurze Fahrwegabschnitte, die meiste Zeit geht's jedoch auf Waldpfaden stetig bergauf.

Die Sonne versuchts, verliert aber, später hatte ich mehrmals leichten Regen, zum Glück aber kaum genug, um die Regenjacke rauszukramen.

Hin und wieder über Rinnsale, dürften bei längeren Trockenperioden wohl kein Wasser führen

Hütterl am Weg

Auf knapp 1200m steigt man erstmal wieder etwas ab, bevor man das Pustertal hinauf kommt.

Wegverlauf Richtung Pustertal, man muss erstmal bis 1150m runter, bevor man nach weiteren 2 Stunden auf dem Hochplateau des Estergebirges raus kommt.

Schöne Ecke, etwas mehr Sonne wär besser gewesen, aber so hatte ich wenigstens keine Affenhitze.

Und schon drin im Tal, hat eher was von den Kanadischen Rockies als von den Voralpen und in einer Stunde aus München mit dem Zug erreichbar.
3. Im Pustertal
Nach dem ebenfalls netten Hahnbichlsteig, gings dann im Pustertal weiter, allerdings nicht mit dem in Südtirol verwechseln. Und durch eine herrliche Landschaft, recht urwüchsig. Unterwegs muss man dann noch 2x Furten, einmal wär mir fast der Bach in den Schuh gelaufen, war dann doch tiefer als gedacht, aber nach dem Regen vom Vortag kein Wunder. An der Jagdhütte warten immer noch knapp 2 Stunden Anstieg bis zur Hohen Kiste.

Die Nebelschwaden stören etwas

Sehr Abwechlungsreich, später kommt eine kleine versicherte Passage

Hier gibt's auch ein Aussichtsbankerl, an dem war ich zuvor kurz, mit tiefen Einblicken ins (Bayrische) Pustertal

Unter den Hangwolken steckt der Simetsberg (1840m)

Bänderpassage im Pustertal, ist aber kaum ausgesetzt, kann jedoch bei Nässe lästig werden

Furt 1, beid er 2. breiteren hätte ich mir fast Nasse Füße geholt

Tja es zog zu, später gabs einige schwache Schauer, zum Glück aber nix dramatisches, zumal die Tour lang aber eher leicht ist.

Wasserfall im Pustertal, der dürfte aber immer dort sein, nicht nur periodisch.

Steigmadonna, aber Moment mal hier ist nicht Italien

Tja die erste Etage ist geschafft, bis rauf muss man noch den Felskamm hoch, man kommt allerdings recht geschickt um die Felswände rum, durch ein Kar.

Bei den Pustertal-Jagdhütten

Fast hochalpines Ambiente, dabei halte ich mich lediglich auf gut 1300m auf.

Die eigtl. Jagdhütte, später musste man an ein paar Pferden vorbei.
4. Pustertal-Jagdhütte - Pustertalkarl
Nunja nach einem Stück durch Latschen gings dann auf knapp 1500m in den Schlussanstieg über das Pustertalkarl hoch. Der Weg ist technisch immer recht einfach, nur an wenigen Stellen wird's steiler. Auf 1800m kommt man auf dem Michelfeld raus. Oben am Plateau hat man im Sommer zwei Einkehrmöglichkeiten, entweder auf der Kuhalm oder auf der Weilheimer Hütte, allerdings ziemlich weit auseinander.

Ausblick mit Wolkenlücken, von den 4-8h Sonne, die zuvor gemeldet waren hab ich vllt. eine Stunde abbekommen.

Blick hoch zu den Felsen, der Nebel war zum Glück Nieselregen, die Gipfel selber waren als ich oben war wolkenfrei.

Straßensperre, man kam aber durchs Gebüsch an den Pferden vorbei

Die hatten mehr Anstand, sind ein Stück unterhalb gestanden

Urwüchsig geht's hinauf, weiter oben auch mal durch Geröll, alles was zu einer gescheiden Bergtour gehört. Kraxelei gabs jedoch kaum

Wolkenspiele

Im Kar geht's auf schmalen Pfaden hoch, hier wurde es dann erstmals feucht, da die Restwolken noch einige schwache Schauer im Gepäck hatten, insgesamt aber durchaus brauchbar erwischt.

Blick das Kar hinauf, der Weg geht aber in gleichbleibender Steigung durch, Steilgeröll hat man nicht am Hals.

Ausblick, langsam kommt man dem Michelfeld näher

Wegverlauf auf knapp 1700m, der Pfad windet sich bis zum Hochplateau hinauf, wo man auf etwa 1800m Höhe raus kommt, mittlerweile mit 1200hm in den Knochen, es kamen aber noch einige 100 dazu.

Intressanterweise hatte man trotz Bewölkung eine bedingte Fernsicht

Seitenblick kurz vorm Ausstieg.

Auf dem Michelfeld angekommen, ein Karsthochplateau
5. Abstecher zur Hohen Kisten
Nunja bis zur Abzweigung hab ich noch überlegt die Hohe Kiste wegzulassen, da aber die Wolken höher als gedacht lagen, bin ich die 100hm noch hinauf. Durch den Regen davor eine leicht rutschige Angelegenheit. Oben dann eine kurze Gipfelrast gemacht, wollte ja später noch bis auf den Krottenkopf hoch. Ganz oben hatte man dann doch ein brauchbares Pano, bei schönem Wetter dürfte man locker bis München schauen können.

Blick runter zur Kuhalm

Kurz vor dem Schlussanstieg, hat man aber binnen 15min geschafft, auch zum Krottenkopf ist man ab der Weilheimer Hütte nur noch ca. 20min unterwegs.

Blick zum Krottenkopf, und das Michelfeld ist doch durchaus weitläufig, wäre gutes Schigelände

Zum Glück blieben die Wolken meist über dem Gipfel

Oben angekommen, knapp 1300hm über Eschenlohe

Lediglich der Krottenkopf verstellt die Sicht, der ist allerdings auch über 160m höher

Tja das sah bedrohlich aus, aber mehr als Nieselregen kam zumindest oben am Berg nicht runter, die SFG lag an dem Tag noch bei ca. 2500m, die erreicht man aber am Krottenkopf nicht

Intressante Stimmung, hat eher was Schottisches (vom Wetter her)

Simetsberg und Walchensee, auch der Walchensee ist 1100m unter mir.

Tja nun einmal quer übers Michelfeld, ab Hohe Kisten ist man bis zur gemütlichen Hütte noch eine gute Stunde unterwegs.

Nebelschwaden an der Kiste

Wieder am Michelfeld angekommen, denkt man von unten nicht, dass es dort oben so ein großes Hochplateau gibt.
6. Michelfeld - Weilheimer Hütte
Nunja wieder unten angekommen, gings dann direkt weiter Richtung Hütte. Die war trotz des unbeständigen Wetters sehr gut besucht. Dort machte ich dann erstmal Mittag. Da es nach der Rast aufriss, hab ich den Krottenkopf noch mitgenommen. Publikumsverkehr, auf der Tour ca. 20 Wanderer und 3 Jäger.

Müsste der Archtalkopf sein

Es geht quer übers Michelfeld, jedoch immer am Kamm entlang, somit muss man grad mal bis gut 1800m runter, unterwegs noch an einer Gruppe Jäger vorbei.

Trotz Wolken ein netter Ausblick, bei Kaiserwetter, wohl nochmal deutlich schöner

Immer dem Pfad folgen, auf 1950m wartet die wohlverdiente Einkehr, nach 5 Stunden Anstieg (mit Hoher Kiste sogar 5,5 Stunden)

Das Michelfeld, ein recht weitläufiges Hochplateau

Rückblick zur Hohen Kisten, sehr formschön der Gipfel, ziemlich symmetrisch, eben wie eine Kiste

Michelfeld mit dem Simetsberg und der Hohen Kiste

Nach der Einkehr war dann auch noch der Krottenkopf fällig, die 140hm haben da auch nimmer viel ausgemacht

Tiefblick ins Loisachtal

Nochmal Schottland-Feeling, die markante Form der zuvor bestiegenen Hohen Kiste fällt auf

Zwischenziel in Sicht, das Bier war mehr als verdient!
7. Einkehrschwung und Schlussanstieg
Nunja nach dem mehrstündigen Marsch hoch, gings erstmal zur verdienten Rast. Vorläufig noch in der Hütte. Frisch gestärkt hab ich dann noch den Krottenkopf mitgenommen und oben die Zeit vergessen, da der Ausblick trotz des durchwachsenen Wetters sehr genial ist. Ok ist halt ein 2000er in Erster Reihe, die Zustiege sind jedoch durchwegs lang, wenn auch unschwierig.

Pause! diesmal zuerst mit dem Essen

Verdauungsschnaps und ein Genussbier waren obligatorisch. Danach noch auf den Gipfel und die Zeit vergessen.

Anstiegs-Totale, nach 20min ist man oben.

Die Hohe Kiste mit dem Simetsberg rechts, da nieselte es noch leicht, kaum oben riss es zum Glück etwas auf und blieb bis ins Tal meist trocken.

Ausblick zu weiteren 2000ern

Abends gings für mich noch bis zum Sattel weiter und am Bischof vorbei ins Tal

Bewölkter Flachlandblick

Blick zum Gipfelkreuz, wenige Minuten später hatte ich den Krottenkopf in der Tasche. Mit 2086m der höchste, der gesamten (Bayrischen) Voralpen.

Totale, ab Hütte lediglich T2.
8. Gipfelrast
Nunja der zusätzliche Anstieg trotz Nieselregens hatte sich gelohnt. Leider konnte ich diesmal die Tour wg. ihrer enormen Länge nicht auf Sonntag verschieben, also musste es halt trotz des Wetters der Samstag sein. Aber gemessen am Wetter vom Vortag waren die Bedingungen durchaus brauchbar. Etwas mehr Sonne wäre nett gewesen. Das Panorama war aber trotz des Wetters ordentlich.

Bischof vom Krottenkopf aus, dahinter sollte man normalerweise die Zugspitze sehen, die war jedoch in Wolken

Im Norden gabs sonnige Abschnitte

Blick zum Staffelsee, dort war es sonniger, nur wenige Kilometer entfernt

Simetsberg und Walchensee

Der Ort müsste Farchant sein oder gar Wallgau, keine Ahnung

Allmählich macht sich das Karwendel frei

Wieder ein Talblick, da man aufs Estergebirge nur by fair means hoch kommt, selbst von der Wankbahn aus, muss man erstmal runter und wieder 800hm hoch.

Immerhin etwas Fernsicht, der ist irgendwann nochmal fällig, bei Altweibersommerwetter sollte man etwa bis München sehen können, diesmal war am Starnberger See Schluss

Ostblick

Und ein Nordblick

Rückblick zur Hohen Kisten, sehr weitläufig dort oben, denkt man bei dem eher kleinen Gebirgszug nicht

Wieder die Ammergauer Alpen vom Estergebirge aus

Hier liefen einie Gämsen rum, erkennt man im Bild so gut wie nicht, war mit bloßem Auge besser zu sehen

Wolkenspiele überm Karwendel

Und einige Auflockerungen, die kamen aber nicht bis ins Werdenfelser Land voran

Heimgarten, Herzogstand und Benediktenwand vom Krottenkopf aus

Wieder der Bischof, auch der ist ein 2000er, allerdings mit 2033m etwas niedriger

Noch ein Flachlandblick vom Krottenkopf aus

Gipfelkreuz-Totale, um 16:20 bin ich dann runter, nach ungeplanten 35min am Gipfel, zumal ja noch der mehrstündige Abstieg an stand.

Zum Schluss noch einmal übers Michelfeld geschaut, eine riesige Karsthochfläche

Rückblick zur Hohen Kiste, ein großes Areal dort oben, kann man wenn auch kleiner mit dem Untersberg weiter östlich vergleichen
9. Abstieg zum Oberauer Steig
Nunja nach der zu langen Gipfelrast, entschied ich mich noch dazu eine weitere Pause im Krottenkopfhaus zu machen. Allerdings sich auch beim Hüttenwirt informiert, klar wenn man so weit überm Tal ist, wie lang es dauert. Nunja mit flottem Schritt, gelang es mir die restlichen Höhenmeter gerade so bis zur Dämmerung zu vernichten (die Stirnlampe lag zu Hause). Hatte allerdings einen ordentlichen Muskelkater in den Folgetagen, waren ja doch insgesamt 1750hm je Richtung (Gegenanstiege)

Wieder bei der Hütte zurück

Hohe Kiste von der Weilheimer Hütte gesehen, sehr formschön, wenn auch mit gut 1900m nicht besonders hoch.

Pause!

Noch die Genusshalbe dahinter, danach musste ich mich ins Tal runter beeilen, war aber da technisch einfach unproblematisch

Blick rüber zum Bischof

Wegverlauf, leider war das lange Zeit eher ein Höhenweg, bevor der Steig ins Tal kam, auf dem geht's dafür rasant hinab.

Ausblick auf knapp 1900m bis Oberau war es noch ein langer Weg

Rückblick zur Hütte bis zum Sattel unterhalb des Bischof verliert man nur wenige Höhenmeter, erst dahinter geht's schneller bergab.

Mal ein Talblick, diesmal aber Richtung Wallgau

Totale des Bischofs

Tja das dauerte noch, müsste der Fricken sein

Der Talblick beim Sattel fiel ernüchternd aus, so weit runter und nur noch gut 2 Stunden bis Sonnenuntergang. Da der Pfad zügig ins Tal geht, war ich zum Sonnenuntergang im Tal angekommen.

Downtown Oberau, dahinter geht's ins Ammergau weiter. Die 1100hm ab Fotostelle waren noch ein ordentliches Stück Arbeit, wenn man nur noch 2h Tageslicht hat.
10. Auf dem Oberauer Steig
Nunja auf knapp 1700m war endlich der eigtl. Oberauer Steig erreicht. Der führt technisch einfach (Stellen T3-) die 1000hm hinab in den Ort. Unten muss man dann noch knapp 2km zum Bahnhof gehen, den ich gegen 21:00 schon nach Einbruch der Dunkelheit erreichte. Mit dem Zug gings dann wieder heimwärts, wo ich gegen Mitternacht ankam. Autofahren wäre nach der langen Tour eh eine Tortur gewesen. Die Tour schreit nach einer Wiederholung bei besserem Wetter, macht aber nur im Hochsommer Sinn, wg. Tageslänge

Fricken vom Einstieg nach Oberau. Der Pfad führt steil, aber technisch leicht runter ins Tal. Mit der Dämmerung im Nacken musste ich flott absteigen, nach 3,5 Stunden (ab Hütte) war ich am Bahnhof

Tiefblick nach Oberau mal wieder 1000hm, 2 Stunden Zeit: Challenge Accepted!

Wolkenstimmung über dem Tal

Ammergauer Alpen und Oberau aus 1600m Höhe gesehen

Abendstimmung, das Tageslicht reichte mir grad noch bis ins Tal aus

Rückblick zum Hohen Fricken

Aus Zeitgründen musste ich mich im Abstieg beeilen, daher wenige Fotostopps

Pfadverlauf, ausser an wenigen Stellen unten unproblematisches T2-Gelände. Steigt man vom Tal aus zur Hütte ist man 4-4,5h unterwegs, ich hatte bis ins Tal 3h Zeit bis Sonnenuntergang

Blick rüber zum Kofel, mittlerweile war es gegen 19:45, also knapp vor der Dämmerung

Der Ort sah nah aus, war aber noch gut eine Stunde Marsch entfernt

Unten angekommen, grad noch in der Dämmerung, Schlag 21:00 war ich am Bahnhof und die mit knapp 10 Stunden sehr lange Tour zu Ende.

Wartebier am Hauptbahnhof, um Mitternacht war ich wieder back home.
Facts:

GPS-Track
Aufstieg: 1750hm (gesamt)
Abstieg: 1740m (gesamt)
Strecke: 22,2km
Gehzeit 9:45 Stunden
mFg Widdi

