Auch wenn wir alle wohl so langsam genug vom Winter haben, denke ich das winterliche Bilder aus einer Bergregion sicherlich doch auch noch ihre Reize haben. Nun davon handelt auch mein folgender Bilderbericht. Ich hatte mir wie schon letzten Winter erneut vorgenommen eine Tagestour in den Harz zu machen und mich für dieses Jahr für den Wurmberg und den Bereich um Braunlage entschieden.
Da ich nur am Wochenende so eine Tour machen kann und ich dafür auch möglichst gutes Winterwetter haben wollte, hies es erstmal warten auf eine passende Gelegenheit.
Am 1. Märzwochenende war es dann soweit, die Wettervorhersage versprach sonniges Wetter bei Temperaturen knapp über den Gefrierpunkt und einer Schneedecke von 30 cm.
Nun hies es am frühen Samstagmorgen früh aufzustehen, denn der Wecker klingelte schon um 05:30 Uhr...
Also los gehts!
Punkt 06:23 Uhr fuhr mein Zug ab, bei starkem Nebel übrigens. Ich hoffte inbrünstig das dort kein Nebel herrscht und ich beim Wetter ins Klo gegriffen hätte. Aber so war es nicht kurz hinter Bremen riß die Nebeldecke auf kurz vor Sonnenaufgang, so konnte ich vom Zug aus einen Sonnenaufgang aufnehmen (leider war das Zugfenster leicht verschmutzt).


Schnee zeigte sich lange nicht, erst im Harzvorland (Salzgitter) tauchten die ersten weißeren Höhen auf

Bei Goslar dann endlich die erste Schneedecke.

In Bad Harzburg stieg ich um von Zug in den Bus. Hier das Hotel Sehla

Es lag zwar schon unten schon Schnee aber mit jedem Höhenmeter wuchs die weiße Pracht mehr und mehr und vom Bus aus konnte man traumhafte winterliche Stimmungen einfangen..


Nebelschleier nahe Torfhaus

Ein Wintertraum

Der Autoparkplatz in Torfhaus, im Hintergrund der König des Harzes der Brocken.

Auf den Loipen fahren bei dem schönen Wetter natürlich viele Skiwanderer unterwegs

Wenig später war ich in Braunlage. Nun hies es keine Zeit verlieren denn bereits um 16 Uhr wollte ich wieder zurückfahren. Also ab zur Seilbahn.

Die Seilbahn überwindet einen Höhenunterschied von fast 400 m (Tal 567 m, Berg 965 m) und war natürlich dementsprechend stark frequentiert. 90% der Mitfahrer hatten auch Skier dabei, manche auch einen Schlitten. Gerne hätte ich Bilder aus der Kabine gemacht aber da die Kabine mit 4 Personen randvoll war verzichtete ich lieber darauf.
Oben angekommen stärkte ich mich erstmal, in dieser kleinen Holzhütte gibt es einen guten Imbiss.
Im folgenden ein paar Impressionen des bis zum Gipfel bewaldeten Wurmberges.
Der Gipfel liegt auf 971.2 m und damit ist der Berg (vom Brockenplateau abgesehen) der zweithöchste Berg des Harzes. Die höchste Stelle ist mit einem Gipfelkreuz markiert, ausserdem steht ebenfalls im Gipfelbereich die ebenfalls bekannte und weit hin sichtbare Sprungschanze. Es gibt dort auch die Möglichkeit per Aufzug auf eine Besucherplattform zu fahren da ich aber nur begrenzt Zeit hatte verzichtete ich darauf.
Die 29 m hohe Sprungschanze

Winterimpressionen auf dem Gipfel


Das Gipfelkreuz mit dem nur 5 km entfernt liegenden Brocken (1141 m) im Hintergrund

Der Berg ist ein Paradies für Skifahrer. Es gibt dort 4 verschiedene Abfahrten von leicht bis mittel-schwer.

Leute wie meine Wenigkeit die nicht Skilaufen können, kommen aber trotzdem herunter und nein nicht über die Seilbahn. Es gibt einen Winterwanderrundweg der regelmäßig geräumt wird und durch dichten Nadelwald nach Braunlage herunterführt. Also auf gehts!
Ein Blick zurück auf den Skilift

Und auf den nächstliegenden Berg, der Achtermannhöhe (925 m) mit seiner charakteristischen kahlen Kuppe.

Man merkte das die Sonne Anfang März schon einiges an Kraft besaß, die 1-2°C Lufttemperatur fühlten sich jedenfalls deutlich wärmer an.

Dann gings allmählich in den Winterwald hinein.


Im unteren Bereich fliesst die Warme Bode entlang mit ihren zahlreichen Bächen die auch im Winter nur selten zufrieren.

Ebenfalls im unteren Bereich eine weitere Skischanze an der scheinbar auch Wettbewerbe ausgetragen werden.

Kurz vor Braunlage trifft man dann auf die Warme Bode, dessen Plätschern schon von weither zu hören ist. Ein herrlicher Ort.


Harzwichtel

Ganz besonders auffallend fand ich hier die tief herunterhängenden Eiszapfen

Als ich dann wieder in Braunlage angekommen war hatte ich noch gute zwei Stunden Zeit bevor der Bus kam. Braunlage ist mit 5500 Einwohnern nicht allzu groß und so wollte ich noch einen Rundgang in und um den Ort machen. Der Baustil im Harz ist schon sehr markant muss ich sagen, anscheinend wird hier auch viel mit Holz noch gebaut.
Die Schule von Braunlage

Im Kurpark nahe des Ortszentrums (auf das Eis wagte ich mich vorsichtshalber nicht)

Das Heimat und Skimuseum, leider war es geschlossen als ich da war.

"Gönnen sie ma den Gofferraum uffmache?"

Oberförster A. Ulrichs der erste Skipionier.

Ein Ferienhaus im Ortskern Braunlage auch hier achte man auf die Eiszapfen!

Auf der Hauptstraße in Braunlage mit der Trinitiades Kirche im Hintergrund

Direkt hinter der Ortsmitte erstreckt sich eine weitere Ski und Rodelwiese die auch eifrig genutzt wurde.

Von weiter oben hat man an einen herrlichen Blick auf den Ort


Der Weg ging oben angekommen dann weiter durch einen dichten Wald zurück zur Hauptstraße.
Ausruhen? Besser nicht.

Hinter dem Wald kam dann Häuser eines weiteren Ortsteils in Sicht

Die meisten Häuser waren hier vorwiegend Ferienhäuser

Ein Modell der Wurmberg Seilbahn im Ortskern

Auf dem Weg zurück kaufte ich mir noch ein paar Souvenirs und brachte mir auch ein paar kulinarische Genüsse mit. Der Ortskern von Braunlage kann meiner Meinung nach auch mit einigen Wintersportorten in den Alpen mithalten zumindest was Aprés Ski Kultur betrifft.

Punkt 16 Uhr war dann auch der Bus da und es wurde Zeit zurückzufahren. Auf der Rückfahrt
hab ich dann auch nur noch wenige Bilder gemacht.
Die Radio Masten von Torfhaus

Sonnenuntergang um 18 Uhr kurz vor Hannover

Um 20:30 Uhr war ich dann auch wieder in Bremerhaven.
Fazit: Man kommt dank dem Niedersachsenticket sehr günstig in den Harz (Bahn + Bus 22 Euro) und ich finde persönlich das der Harz gerade im Winter seine Reize definitiv hat. Auf der anderen Seite ist es sehr stressig das alles an einem Tag zu machen (es sind immerhin ja gute 600 km Fahrstrecke) und ich habe mir vorgenommen für den nächsten Winter eine günstige Pension oder Hotelzimmer für ein Wochenende dort zu buchen.
Nachteil ist vllt das man so Glück mit dem Wetter haben muss, zwar ist der Harz einigermaßen schneesicher in den oberen Lagen, jedoch trübt dort oben oft auch Nebel die Sicht.
Dafür aber ist man deutlich entspannter und hat so auch die Möglichkeit weiterer Ausflüge in der Umgebung in Braunlage zu machen.
Nun hoffe ich, das euch mein hoffentlich nicht allzu langer Bericht gut gefallen hat!
Viele Grüße
Georg



